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 32. Tag - 28.08.03 

    
Start  
Ende  
Strecke  
Fahrzeit  
Durchschnittsgeschwindigkeit  
Strecke insgesamt 3195,41 km
Bucuresti – Budapest

Am Donnerstag morgen bekam ich im Hotel noch ein kleines Frühstück und dann machte ich Sightseeing durch Bucuresti. Das „Weiße Haus“ von Ceaucescu war riesig, sah aber gar nicht mal schlecht aus. Auch sonst gab es viele schöne alte Häuser und große Prachtboulevards. Die Stadt lag in einer großen Ebene und hatte deshalb viel Platz. Es wurde auch an einigen Stellen renoviert und gebaut. Allerdings gab es für Touristen nichts zu kaufen, dabei hätte ich doch gerne ein paar Andenken besorgt.
Als ich dann am Schalter die Fahrkarte kaufte, stellte sich wieder eine gewisse Nervosität ein. Zuerst funktionierte meine ec-Karte am Schalter nicht. Ich musste in den Bahnhof zum Bankomat um das Geld abzuheben, was wiederum 4000 Lei Eintritt kostete. Dann sagte mir die Frau am Schalter „no luggage waggon“ und ich machte mir langsam ernsthaft Sorgen um mein Rad. Diese Heimreise mit dem Zug wurde immer mehr zum eigentlichen Abenteuer. Als der Zug kam, half mir jemand, das Rad in ein Abteil zu hieven, kassierte dafür ein paar Euro und verschwand. Später wurde mir klar, dass ich hier zum erstenmal wirklich hereingefallen war. Aber erst mal saß ich Zug und los ging es. Als der Schaffner kam, stellte sich heraus, dass ich wirklich angeschwindelt und nichts geregelt worden war. Ich musste noch einen Gepäckschein für das Rad lösen. In diesem internationalen Zug konnte ich mit einem Trinkgeld nichts ausrichten. Da ich inzwischen nur noch Euro besaß, die der Schaffner nicht akzeptierte, liefen wir zusammen durch den Zug, bis wir jemanden fanden, der die verlangten 15,- € wechselte.
Ich kam dann mit einem Rumänen ins Gespräch, der die ganze Aktion beobachtet hatte und ziemlich gut englisch sprach. Er war zusammen mit seinem Boss unterwegs zur IFA (Internationale Funkausstellung) in Berlin. Wir würden also bis Wien zusammen im Zug sitzen – hoffentlich, denn Bargeldreserven hatte ich nun keine mehr. Der Zug hielt an ziemlich viel Stationen und es war schon ziemlich weit nach Mitternacht, als wir die Grenze zu Ungarn überschritten. Die Kontrollen waren sehr streng, ein Drogenhund, Beamte, die hinter jede Klappe schauten, Zoll, zweimalige Passkontrolle ... Ich hatte inzwischen das Vorderrad von meinem Bike abgebaut, damit im Abteil mehr Platz war. In Temesvoar hatte sich noch ein Mädchen zu uns gesetzt, die ebenfalls englisch und deutsch sprach. Ein wahrer Glücksfall für mich, wie sich noch herausstellte. Als wir die Grenzkontrollen dann endlich passiert hatten, kam der ungarische Schaffner und wieder sollte ich einen Gepäckschein lösen. Er würde sogar Euro akzeptieren, aber ich hatte nicht mehr so viel. Nach einigem Hin und Her half mir das Mädchen aus. Ich wusste gar nicht, wie ich mich bei ihr bedanken sollte. Leider stieg sie in Budapest schon aus, da sie weiter nach Prag und Triest fuhr.