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Osijek
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Sarengrad – Ilok
Kroatien – Jugoslawien Backa Palanka – Celare vo Glozan – Begec – Futog – Veternika – Novi Sad |
Dieser Tag war sehr abenteuerlich. Bevor ich losfuhr kaufte ich in Osijek Eistee. Er schmeckte aber wirklich so abscheulich, dass ich ihn am liebsten weggeleert hätte. Leider ging mein kroatisches Geld zur Neige.
Ich stellte immer mehr Kriegsschäden fest, je mehr ich mich der Region um Vukovar näherte. In Osijek war zwar auch vieles kaputt, aber zum größten Teil einfach alt und verfallenen. In der Grenzregion zu Jugoslawien gab es dagegen viele zerschossene Gebäude. Es waren allerdings auch wieder neue oder renovierte Häuser zu sehen. Die meisten waren Projekte der EU.
Der Tag hielt auch einige radlerische Herausforderungen für mich bereit. Zwischen Opatovac und Ilok hatte ich ausgerechnet während der größten Mittagshitze innerhalb 45 Minuten vier sehr steile Abfahrten und Anstiege zu bewältigen. Da schmeckte dann auch ein abscheulicher Eistee. Zuerst freute ich mich ja, da ich endlich wieder die Donau zu sehen bekam. Aber das ständige Auf und Ab zehrte sehr an der Kondition.
Als ich dann endlich den letzten Anstieg nach Ilok überwunden hatte, erwies sich der Ort als erstaunlich groß. Ich machte hier erst einmal Pause und gab mein letztes Geld für ein riesengroßes Eis aus. Ich unterhielt mich kurz mit dem Wirt über meine Tour. Von meinem Fahrrad war er offenbar begeistert. Als er wissen wollte woher ich kam, erwähnte ich nur Zvonimir Soldo – kroatischer Fußballspieler beim VfB – er begriff sofort: Stuttgart.
Der Grenzübergang verlief genau über eine Brücke über die Donau – rechtsseitiger Brückenkopf Kroatien, linksseitiger Brückenkopf Jugoslawien. Die Brücke selbst war das Niemandsland. Die Ausreise verlief problemlos, auch wenn der Zöllner etwas mürrisch dreinschaute. Aber das ist glaube ich, eine weltweit verbreitete Berufskrankheit. Die Einreise nach Jugoslawien war dann etwas komplizierter. Zuerst erfolgte eine genaue Passkontrolle durch den ersten Grenzbeamten, dann eine genaue Befragung durch eine zweite Grenzbeamtin nach dem woher, wohin, Devisen, etc. Sie legte schon einigen Eifer an den Tag und durchsuchte bei anderen auch schon einmal die Gepäcktaschen.
Nun kam mein nächstes Problem. Ich hatte noch kein jugoslawisches Geld. Es hatten zwar viele kleine Geschäfte und Restaurants geöffnet, aber keine Wechselstuben. Ich hoffte aber, spätestens in Novi Sad einen Bankomat zu finden. Als ich am Abend endlich in Novi Sad angekommen war, stellte ich fest, dass es zwar einige Banken aber kaum Bankomaten gab. Davon akzeptierten zwei wiederum meine Karte nicht und einer war ausgeschaltet. Erst beim letzten bekam ich hiesige Landeswährung.