home Motivation Donau Tour Ausrüstung Fotos Links Kontakt


 9. Tag - 05.08.03 

    
Start 5:03 Uhr
Ende 20:44 Uhr
Strecke 154,18 km
Fahrzeit 9:10:39 h
Durchschnittsgeschwindigkeit 16,80 km/h
Strecke insgesamt 1187,73 km

Wien – Stopfenreuth – Hainburg – Wolfstal

Österreich – Slowakei

Petrzalka – Cunovo

Slowakei – Ungarn

Rajka – Dunakiliti – Tejfalusziget – Doborgazsziget – Serfenyösziget – Dunasziget – Cikolasziget – Püski – Dunaremete – Lipot – Hedervar – Asvanyraro – Zsejkepuszta – Gyulamajor – Dunaszeg – Györladamer – Györzamoly – Györujfalu – Györ

Am nächsten Morgen bin ich sehr früh los, um endlich in den „Wilden Osten“ zu kommen. Von Wien bis zur Grenze bei Hainburg war es aber noch ein ganz schönes Stück. Wenigstens konnte ich in Hainburg endlich ins Internet und Emails verschicken. Auch in der Slowakei zog sich der Weg quälend lange dahin und das ausgerechnet in der Gluthitze der Mittagssonne. Endlich in Ungarn wurde es besser, auch wenn sich der Weg jetzt erst einmal von der Donau entfernte. In der ersten Stadt wechselte ich 40,- € in Forint um und kaufte etwas zu trinken. Der Weg ging über viele kleine Dörfer und meine Stimmung stieg ins unermessliche. Ich fühlte mich frei, so hatte ich mir das vorgestellt. Auch als ich mich einmal verfahren hatte weil ich den falschen Feldweg benutzte, ärgerte mich das überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich fand es richtig toll nach dem Motto: „Lost in space and lost in time“. Einfach total losgelöst. Das hing aber vielleicht auch damit zusammen, dass ich genug Getränke eingepackt hatte und dann schon wusste, wo es weiterging. Als ich so durch die kleinen Städtchen radelte kam mir ein Refrain eines alten deutschen Schlagers in den Sinn:

„Heißer Sand und ein verlorenes Land und ein Leben voll Gefahr
heißer Sand und die Erinnerung daran, dass es einmal besser war.“

Dazu dichtete ich mir dann meinen eigenen Text:

„Heißer Staub und ein geschundener Po, alle Wasserflaschen leer
heißer Staub und diese Fragen im Kopf nach wozu, wohin, woher.“

Er ist allerdings wirklich ironisch zu verstehen, denn ich wusste genau wohin und woher, hatte genug zu trinken und fühlte mich pudelwohl – na ja mein Hintern schmerzte wirklich und heiß und staubig war es auch, aber das gehört ja wohl irgendwie dazu. Abends habe ich dann wunderbar gegessen und zwei Bier getrunken. Dann fuhr ich weiter Richtung Györ. Es wurde deutlich, dass ich mich einer Großstadt näherte, denn der Verkehr wurde wieder stärker, hektischer, lauter, schmutziger. In einem Park vor Györ fand ich dann endlich einen geeigneten Schlafplatz und beendete den Tag, der trotz des stressigen Beginns und Endes der bisher schönste der ganzen Tour war. Vielleicht lag es an Ungarn – ich mag dieses Land irgendwie.